Freitag, 25. März 2011

Barry Hearn macht weiter Dampf

Der Geschäftsführer von World Snooker, Barry Hearn hat die Auslosung der Paarungen für die erste Runde der Weltmeisterschaft genutzt, um die Spieler davor zu warnen, dass sie lebenslange Sperren riskieren, wenn sie beim Wetten auf Partien der diesjährigen WM erwischt werden. Damit zieht Hearn Konsequenzen aus der Higgins-Affäre, die das Finale der WM 2010 überschattete. Ein unabhängiges Tribunal akzeptierte zwar die Erklärung des Schotten, er habe aus Angst gehandelt, dennoch wurde er für sechs Monate vom Spielbetrieb ausgeschlossen und musste eine Strafe in Höhe von £75,000 zahlen. Mittlerweile verfügt World Snooker über eine eigene Abteilung, die für die Bewahrung der Integrität zuständig ist.

Einem Artikel des Mirror zufolge, will Barry Hearn die Schiedsrichter dazu auffordern, bei der Weltmeisterschaft sehr langsame Spieler schneller zu ermahnen, um den Spielfluss und somit den Unterhaltungswert zu bewahren. Es soll aber nicht wie bei der Shot Clock eine feste Vorgabe geben, wie lange ein Spieler für einen Stoß Zeit hat, vielmehr appelliert Hearn an die Spieler, sich im Falle einer Verwarnung den "neuen Maßstäben" entsprechend zu verhalten, ergo schneller zu spielen.

"There's too much to lose now, whereas before there wasn't enough." (Barry Hearn)
Barry Hearn zeigt, dass er es ernst meint mit der Zukunft des Sports. Von Anfang an hatte der neue Geschäftsführer frischen Wind versprochen und er hält sein Wort. 2010 war wohl eins der ereignisreichsten Snookerjahre seit langem und der Kalender für die nächste Saison, der im Laufe der bevorstehenden WM in einer Neuauflage erscheinen soll, verspricht jetzt schon viele Neuerungen. Mit neuen Turnieren, Regeln, ja mit einer ganz neuen Philosophie hat Barry Hearn in kurzer Zeit viel erreicht und geht m.E. genau den richtigen Weg, um Snooker zu einem reinen Weltsport zu machen. Ich glaub' dran und mach' weiter!

Kommentare :

  1. Ich sehe Barry Hearn kritischer. Sicher sind die allermeisten seiner Änderungen schlüssig und notwendig, ich fürchte aber er könnte mit der Zeit zu weit gehen. Vor allem wo sich nun andeutet, dass langsamere Spieler aus Gründen Unterhaltung in einem Tempo spielen müssen, das ihnen nicht liegt. Snooker wird sicherlich nicht durch mehr Geschwindigkeit besser/interessanter …

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  2. Ich sehe das ähnlich. Mehr Turniere, mehr Spiele, mehr Punkte, mehr Geld - das finde ich alles super. In der Diskussion um Miss-Regel und "langsames" Spiel habe ich aber eine konservative Haltung. Ich finde, gerade der Wechsel zwischen "schnellen" Breaks und "langsamen" (aber um Himmels Willen nie langweiligen!) Safety-Duellen macht Snooker aus. Ich hoffe auch, dass da nicht zu viel dran herumgeschraubt wird...

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  3. Ich finde es nicht so schlimm, wenn die Spieler bei der WM schneller spielen sollen. In der Premier League funktioniert sogar eine 25-Sekuden-Shot-Clock einwandfrei, niemand hat sich darüber beschwert. Warum sollten sich dann nicht generell alle Spieler einem schnelleren Rhythmus anpassen?
    Dem Spiel schaden kann das eigentlich nicht und für die Zuschauer ist es auch besser. Und außerdem war doch bis jetzt alles gut, was Barry Hearn verändert hat.

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  4. Lebenslange Sperren beim Wetten... Kommt es nicht öfter mal vor, dass Spieler gegen sich selbst wetten, weil sie dann entweder Preisgeld oder Wettgewinn einnehmen?
    Langsame Spieler ermahnen... Humbug. Es ist schon lästig genug, wenn Shotclocks laufen oder Turniermatches nur noch 5 Spiele haben usw. Missfällt mir vermutlich, weil ich sowieso eher ein Fan von Safetyschlachten als von Abräumern bin :o)

    Pures Snooker wird aber nicht aussterben, das kann ich mir nicht vorstellen. Hearn wird nicht alles in werbeblockkompatible Intervalle quetschen können. Hoffentlich :o)

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