Montag, 10. Mai 2010

Die Fassade bröckelt

Schon einmal hat Snooker TV gefragt: Alles nur Zirkus? Auch in diesen Tagen fragt man sich, wie glaubwürdig Snooker überhaupt noch ist. Oder kann man sogar noch weiter gehen und fragen, ob der Sport jemals "echt" war? Illegale Absprachen, Wetten und Manipulationen hat es offensichtlich immer schon gegeben. Alex Higgins berichtet von mindestens vier Spielern, die schonmal ein Spiel manipuliert haben, er selbst hat öfter illegale Angebote bekommen, John Higgins wurde kürzlich dabei gefilmt, wie er einwilligt, für Geld einzelne Frames zu verlieren, Stephen Lee wurde wegen Verdachts auf Spielmanipulation verhaftet, gegen Stephen Maguire und Jamie Burnett wurde noch bis vor kurzem in Bezug auf eine Begegnung im Jahr 2008 ermittelt, der Australier Quinten Hann wurde 2006 für acht Jahre vom Weltverband gesperrt...

Snooker aufpeppeln
Während alle nur von 'match-fixing' reden, schmiedet Barry Hearn mehr oder weniger gemeinsam mit den Spielern Pläne für die Zukunft. Vergangene Woche traf man sich hinter verschlossenen Türen, um sich auszutauschen. Viel erfahren hat man über dieses Treffen allerdings nicht. Diese Geheimniskrämerei erscheint mir gerade in diesen Zeiten auch nicht sonderlich fair gegenüber den Fans. Da geht es nun seit Monaten darum, den Sport attraktiver, weltoffener, dynamischer, was weiß ich zu machen und das einzige, das bis jetzt dabei raus kam, sind ein paar Termine, die sich im Kern auch nicht großartig von der vergangenen Saison unterscheiden. Warum -zum Beispiel- findet die Weltmeisterschaft immer in Sheffield statt? Nicht gerade sehr weltoffen, oder? Da muss aber noch ein bisschen mehr kommen, als Walk-On-Music und peppigere Turniermodi. Snooker hat m.E. nur eine Chance wenn es das alte Image vom Gentleman-Sport mit all seinen Traditionen vollkommen ablegt und sich komplett neu erfindet. Denn dieses Image ist für viele ein für alle mal zerstört. Da wirkt ein Mittelfinger von Ronnie O'Sullivan ja geradezu sympathisch..